Depression:

Kurzzeitige depressive Verstimmungen kennt wohl jeder Mensch. Die Auslösefaktoren sind vielfältig: Belastungen in Beruf oder Familie, Todesfälle von nahestehenden Personen, schwere Krankheiten, und ähnliches. Bei solch vorübergehenden Verstimmungen ist eine Therapie im allgemeinen nicht notwendig. Von Depressionen spricht man hingegen, wenn über mindestens zwei Wochen eine depressive Stimmung vorhanden ist oder das Interesse und die Freude an nahezu allen Aktivitäten verloren geht. In diesen Fällen sollte ein Klinischer Psychologe und/oder Arzt aufgesucht werden.

Depressionen sind bei Personen unterschiedlichsten Alters vorhanden und gehören zu den häufigsten psychischen Störungen. Die genaue Diagnose kann durch eine ausführliche klinisch-psychologische Diagnostik festgestellt werden und ist eine wichtige Voraussetzung für die Therapieplanung.


Folgeprobleme

Häufige Folgeprobleme sind sozialer Rückzug, Isolierung und Verlust von Freundeskontakten, wodurch die depressive Stimmung meist noch weiter verschlechtert wird. Vielen Patienten mit mittelgradigen bis schweren depressiven Episoden fällt aufgrund von Müdigkeit, vermindertem Antrieb und Konzentrationsproblemen die berufliche Aktivität schwer. Damit es jedoch nicht zu vermehrtem Rückzug und verstärktem Grübeln kommt, sollte ein längerer Krankenstand vermieden werden. Das muss jedoch von Fall zu Fall entschieden werden. Schlafbeschwerden und vielfältige körperliche Beschwerden sind oft Teil der Depression, können aber auch als Folge auftreten und die Depression weiter verstärken.

Selbstmordgedanken und Selbstmorde (Suizid) sind ein ernst zu nehmendes Thema, das sowohl die Therapeuten (Klinische Psychologen, Ärzte) als auch die Familienmitglieder und Freunde zu erhöhter Aufmerksamkeit fordert. Bestimmte Aussagen über den Tod oder konkrete Absichten sollten in jedem Fall beachtet werden. Die Unterstützung der Familie, von Freunden und Psychologen/Ärzten ist hier wesentlich.


Ursachen:

Die Ursachen von Depressionen sind vielfältig. Heute geht man davon aus, dass das gemeinsame Auftreten verschiedene Faktoren zur Ausprägung einer Depression führt (multifaktoriell). Als wichtige Ursachen sind vor allem belastende Lebensereignisse, wie Arbeitswechsel, Arbeitsverlust, Tod von nahestehenden Personen, Stress, chronische Erkrankungen, etc. zu nennen. Diese Belastungen sind vor allem dann Risikofaktoren, wenn einerseits keine geeignete Bewältigung der Situation vorhanden ist und andererseits die Unterstützung von Familie und Freunden zu wenig gegeben ist. Bestimmte negative Gedanken wie „Ich bin dem hilflos ausgeliefert.“, „Es wird alles immer schlimmer.“, „Ich bin eine Belastung für die Familie.“ „Ich bin Schuld an... „ und ähnliches führen zu einer depressiven Stimmung, die neuerlich zu negativen Gedanken führt, wodurch ein Teufelskreis entsteht (siehe auch Kognitive Therapie).

Weites spielen als Ursache ungünstige Einflüsse bei der Entwicklung im Kindes- und Jugendalter eine Rolle, wie z.B. Vernachlässigung oder Gewalt in der Familie oder Eltern die selbst depressiv sind. Genetische Einflüsse sind teilweise ebenfalls vorhanden, wobei bei Geschwistern nur zu 15–20% ein gleichzeitiges Auftreten von Depressionen vorhanden ist. Außerdem wird nur die Anfälligkeit weitervererbt; ob eine Depression entwickelt wird oder nicht ist überwiegend von bestimmten negativen Lebensereignisse abhängig.
Bei der Herbst-/Winterdepression ist ein Lichtmangel in der dunklen Jahreszeit für die depressive Stimmung, Energielosigkeit und Heißhunger verantwortlich.


Therapie:

Die Therapiewirkungen sind bei psychologischer Therapie und medikamentöser Therapie in etwa vergleichbar. Wissenschaftliche Studien ergeben, dass bei ca. 70% der Patienten nach einer psychologischen Therapie von 20 Sitzungen zu je 50 Minuten keine Depression mehr vorhanden ist. Beide Therapien eignen sich auch zur Kombination, wobei besonders bei schweren depressiven Episoden eine medikamentöse Therapie zusätzlich zur psychologischen Therapie sinnvoll ist. Bezüglich der Langzeitwirkung und Vorbeugung von Rückfällen ist die psychologische Therapie überlegen, da der Patient lernt, selbst an den Ursachen der Beschwerden anzusetzen.